Zimmer der Tränen

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(…)

So glaubten wir, wovon man sprach.

Von Kanzeln, Podien und von Türmen.

Und waren doch – so ahnungslos – ein Nichts.

Wir hatten nicht gehofft, Jahrhunderte auch nie gewagt

zu fordern, was uns Anspruch wäre:

dass unser Dasein Wahres braucht.

Dass Leben nur zu prophezeien

uns nie für wahres Leben reichen wird.

Und, was uns blieb am Ende allen Glaubens,

war nur ein Traum – doch alles wert:

dass nur der Mensch dem andren Mensch,

der Freund dem Freund, der Mann der Frau,

der Sohn dem Vater, noch verpflichtet sei.

Dass frei von allem Glauben, aller Macht,

nur zählt, was in uns steckt.

Und Harmonie in allen Dingen

doch nur dem Ende allen Lebens gleicht.

Nicht Untertan! Nicht stumm!

Nicht ohne Widerspruch!

Und niemand sich verkauft der Macht,

des eigenen Friedens willen. (…)

aus: Zimmer der Tränen (Theaterstück) >mehr

 

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