Noch 24 Stunden …

Endlich geht es weiter - nach über sieben Wochen, in denen an dieser Stelle nichts zu lesen war. Weil manchmal in unserem Leben Dinge passieren, mit denen wir nie und nimmer rechnen: dass es uns selbst irgendwann erwischen könnte. Dass wir herausgerissen werden, aus dem, was wir, täglichem Gleichlauf verfallen, tun. Plötzlich besteht Leben nur noch aus scheinbar unwichtigen Erinnerungsfetzen: das knirschende Geräusch und der fade Geschmack kleiner Kieselsteine im Mund, das Blaulicht noch weit hinter der Kreuzung, das plötzlich einem selbst gelten soll, die fremden Hände in glibbrigen Schutzhandschuhen, die einen erstversorgen, sich fürsorglich kümmern und doch kalt bleiben. 

Acht Tage werden sich hier auf diesen Seiten so abspulen, wie damals geschehen. Leben nachbereitet als Blog - vielleicht nicht wirklich aktuell, nicht wirklich dem Verlangen von Lesern genügend, teilhaben zu können am tatsächlichen Leben des Anderen. Eher altmodisch rückbesinnend geschrieben und Tagebuch führend über Dinge, die in wenigen Wochen seit Ende Juni längst von Aktuellem überholt wurden. Vielleicht entspricht dieses “Schreiben, das nur Altes hervorkramt und also nur vortäuscht, es wäre eben erst passiert” nicht ganz dem vermeintlichen Idealzustand des öffentlichen Schreibens, dem wohl jeder Blogger nachhechelt: im sekundenkurzen Moment des Erlebens schon darüber schreiben und andere teilhaben lassen zu können. Und dennoch wäre es den Versuch wert: soll sich doch in den kommenden acht Tagen die moderne Art des öffentlich Dokumentierens verbinden mit der alten, aber erprobten Art des bloßen Erzählens von einer Begebenheit … 

Alles begann an einem jener verregneten Sommertage in diesem Jahr … an einem Dienstagabend Ende Juni. Ab morgen, kurz vor 19 Uhr, wird in diesen Texten noch einmal passieren, was war …

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