Archive for März, 2008

200 Jahre “Faust”

Montag, März 24th, 2008

Genau vor 200 Jahren zu Ostern erschien Goethe’s Faust. Das waren bisher 200 Jahre Osterspaziergang, 200 Jahre Hoffnung auf Vom Eise befreit … Was aber erleben wir draußen in diesen Tagen? Nichs, als die nüchterne Erkenntnis, dass selbst nach einer solch langen Zeit nichts besser sein muss, als früher … Dass Menschen auf Ewigkeit wohl nichts anderes übrigbleibt, als zu hoffen - auch in dem, was längst als sicher gilt. Auch in den simpelsten Dingen: dass Ostern Frühling wäre, Frühling Aufbruch und Aufbruch ein Neuanfang …

Stattdessen lastet in diesem Jahr alles Alte, Muffige, Niederdrückende vergangener Monate wohl noch einige Zeit auf uns … und nervt.

Vom Reiz des Ersehnten

Donnerstag, März 20th, 2008

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Soeben war auf einem Berlin-Brandenburgischen Sender - so, oder so ähnlich - zu hören: Der Reiz des Lebens würde doch vor allem darin bestehen zu ersehnen, was man nicht hat … Eine schon fast mitleidige Anmod zum Thema Frühling. Ja, kann man denn sich alles im Leben zurechtreden? Dabei ist es doch einfach nur saukalt an diesem Frühlingsanfang 2008. Basta. Nichts mit Sehnsucht. Eines der bedeutendsten Gefühle ist längst erstarrt vor Kälte …

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Tag der Poesie: 20. März

Donnerstag, März 20th, 2008

der Hase
sucht seine Häsin
Schnee gefallen

(Passend zum Wetter und in Abwandlung japanischer Haikus, die dem Silbenrhythmus 5-7-5 folgen, wäre dies - leider nur in 3-5-4 Silben - mein Beitrag zum heutigen Tag der Poesie … Alles wird anders -  was ja nicht schlimm ist, solange wir uns erinnern, was einmal war, bevor es  anders wurde …)


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Alles wird anders

Mittwoch, März 12th, 2008

Zukünftig wird es in diesem Blog vor allem um die alltägliche Wahrnehmung und Auseinandersetzung von und mit bedenkenswerten Nachrichten, Ereignissen und Ansichten gehen. Spannende, lesens- und empfehlenswerte Bücher werden dagegen in Lesbare Bücher besprochen. Für Schreib - und Leseproben wird es neben probelesen.info einen neuen Weblog geben, der im Moment allerdings noch in der Vorbereitung ist. Und (fast) alles über Potsdam kann man immer noch auf Himmel über Potsdam lesen …

Schreiben als ewiger Versuch

Mittwoch, März 12th, 2008

Dieser Weblog hat ein neues Thema, wie seit heute zu lesen ist: Zwischen jenem, was sich in unseren Köpfen abspielt und dem, was wir davon begreifen, liegen Welten. Schreiben ist der ewige Versuch, diesen Abstand zu verringern.  

offen und ehrlich, verstellt und verschwiegen

Sonntag, März 9th, 2008

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Zwei Nachrichten der letzten Woche - beide in den Potsdamer Neuesten Nachrichten gelesen - geben zu denken: In der einen wird davor gewarnt, die neue, auf Kommunikation zielende Offenheit von Web 2.0 - die öffentliche Darstellung eigener Gedanken, Interessen und Vorlieben im Internet also - könnte sich für Tausende heute junger Leute als schädlich für den eigenen beruflichen Weg erweisen. Viele Personalchefs würden bereits heute zu vorliegenden Bewerbungen im Internet recherchieren. Und das Bild, das sie dort bekämen, wäre oft genug Grund für eine Ablehnung.

Nun mag sein, dass die beim googeln erfahrenen privaten Dinge eines Menschen jenes - möglicherweise - in Chefetagen zu sehr von idealer Anzugreinheit geprägte Bild eines Wunschkandidaten verletzen könnten. Vorbei sind also die Zeiten, wo allein das Herausputzen, um sich dem makellosen Bild einer als seriös gelten wollenden Geschäftswelt anzupassen, schon Aufstiegschancen bedeuten konnte. Vorbei scheint damit aber vielleicht auch die spätere Erkenntnis, dass nicht jeder, der einen durch angenehme Erscheinung blenden konnte, sich im Nachhinein als rechtschaffend erweist.

Diese so genannte Bewerbung 2.0 - mit Hilfe von Suchfunktionen im Internet - offenbart sicherlich auch Unangenehmes, und die Ablehnung eines sich Bewerbenden wäre dann auch angebracht. Wer will schon einen sich in Partyportalen als besoffen und  sich übergeben darstellenden jungen Menschen  zukünftig als Koch in seinem Hotel einstellen?

Nur: Web 2.0 könnte und sollte möglichweise viel mehr die Offenheit der Gesellschaft und vielleicht irgendwann auch die Ewartungen einschlägiger “Entscheider” in Chefetagen ändern. Eine Gesellschaft, die sich offen bekennt, sich nicht verstellt, nicht glaubt, durch das Überstreifen eines Anzugs bereits Werte auch verinnerlicht zu haben, sondern sich durch unverstelltes Leben, durch Bekennen eigener Ansichten offen auch zur Diskussion stellt und auf diese Weise zeitgemäße Verhaltenswerte immer wieder neu erarbeitet, wäre mir in jedem Fall lieber. Und würde letztendlich wohl auch jedem Miteinander besser tun.

Mehr Angst bereitet mir die zweite Nachricht der vergangenen Woche: Amerikanische Wissenschaftler hätten experimentell die Möglichkeit nachgewiesen, durch Scannen von Hirnwellen menschliche Gedanken reproduzieren, also ”lesen” zu können. 

Dass sich eine Gesellschaft irgendwann dieser Möglichkeiten zum Schaden ihrer Menschen bedienen könnte, scheint mir viel bedrohlicher. Was wäre wohl verwerflicher? Dass derjenige, der Informationen über einen Menschen braucht, sich diese heimlich und ohne Wissen des anderen beschafft, sie also eben mal so im Vorbeigehen abgescannt? Oder wenn er Informationen nutzt, die die betreffende Person, im Wissen um Zugänglichkeit, freiwillig öffentlich machte?

Was sich ändern muss, ist nicht die Offenheit von Menschen, die Devise kann nicht lauten: Verstellt Euch! Verschwinden muss der Irrglaube, man könne sich Menschen so zurechtrücken, wie sie für das eigene Bedürfnis und das eigene Geschäft brauchbar wären. Dass sich Menschen verhalten, wie es den eigenen Vorstellungen genehm wäre …

PS: Wie verhalten sich eigentlich manche in den frühen Morgenstunden nach ihrem 60. Geburtag, dem Firmenjubiläum oder der alljährlichen Silvesterparty? Glück für manchen, dass keine Kamera dabei ist, die den besudelten Anzug, das zerfledderte Kostüm oder die ins Groteske verwurschtelte Frisur auf Speicher bannen könnte. Etwas wird doch nicht verwerflicher dadurch, dass es öffentlich wird. Und nichts ist besser, weil es verschwiegen bleibt.


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NEU: probelesen.info jetzt als RSS-Feed

Freitag, März 7th, 2008

Jetzt kann man probelesen.info auch als Feed abonnieren. Ziemlich praktisch und ziemlich einfach, um auf dem Laufenden zu bleiben: einfach www.probelesen.info aufrufen und den RSS-Button anklicken. Dann gibts alles Neues täglich in der eigenen Feed-Spalte … Nur noch einen Klick entfernt.

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bleib geh hoff

Mittwoch, März 5th, 2008

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wie du dich fühlst nimm hin
wie sehr du vermisst verzicht
wie oft du weinst wein 

wen immer du liebst lieb
wen immer du brauchst brauch
wen immer du hasst hass niemals mehr

was gewesen ist vergiß
was ist lass geschehen
was sein soll lass sein

nie war schlimm auch schlimm genug
nie war gut auch gut genug
nie muss sein was niemals war 

wo du gehst gibt es keinen Weg
wo du wiederkehrst bleibt keine spur
wo du warst fragt keiner nach dem Sinn

bleib wo du bist
geh wohin du willst
hoff was keiner hofft

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