TOP 100 “Lisa & Sophie”
Mittwoch, Januar 20th, 2010Dank allen, die in den letzten Tagen die Episoden der “Geschichte von Lisa und Sophie” gehört haben. Der Podcast hat es diese Woche in die TOP 100 deutschsprachiger Podcasts geschafft!
Dank allen, die in den letzten Tagen die Episoden der “Geschichte von Lisa und Sophie” gehört haben. Der Podcast hat es diese Woche in die TOP 100 deutschsprachiger Podcasts geschafft!
“Der Vater war außer sich. Er zerrte, prügelte und schleppte Sophie zurück auf ihr Zimmer. Aber er unterschätzte die Kraft der älter gewordenen Tochter …”
Noch einmal wird die Freundschaft der beiden 16jährigen Lisa und Sophie beschworen, bevor sie an der Liebe einer der beiden Mädchen zu einem Jungen zerbricht. Eine Erzählung von Dietmar Haiduk, erschienen in: “Mein Sommer mit Marleen” - mehr auf www.dietmarhaiduk.de und www.marleen.probelesen.info
“Am Haus gegenüber wippte ein junger Kerl auf einer Arbeitsbühne. Er trug lange Haare, Ohrringe und Tattoos auf den Armen …”Noch einmal wird die Freundschaft der beiden 16jährigen Lisa und Sophie beschwört, bevor sie an der Liebe einer der beiden Mädchen zu einem Jungen zerbricht. Eine Erzählung von Dietmar Haiduk als Audio-Podcast. Infos auch auf www.dietmarhaiduk.de und www.marleen. probelesen.info
“Ich bekam Angst vor ihrem Wahn, Leben aufzusaugen und sich mit ihren Ohren die halbe Welt, die ihr als Blinde noch geblieben war, einzuverleiben …”
Noch einmal wird die Freundschaft der beiden 16jährigen Lisa und Sophie beschwört, bevor sie an der Liebe einer der beiden Mädchen zu einem Jungen zerbricht. Eine Erzählung von Dietmar Haiduk als Audio-Podcast.
“Ich sah einen verräterisch tiefroten Fleck auf ihrem weißen T-Shirt …”
Noch einmal wird die Freundschaft der beiden 16jährigen Lisa und Sophie beschwört, bevor sie an der Liebe einer der beiden Mädchen zu einem Jungen zerbricht. Eine Erzählung von Dietmar Haiduk als Audio-Podcast.
Mit lautem Getöse geschehen, aber fast sang- und klanglos verhallt: Da bebt nur Stunden zuvor die Erde in Mittelitalien, es gibt Tote und Verletzte, aber das ganze Ereignis findet schon kurz darauf nur noch wenig Raum in der öffentlichen Wahrnehmung. Es ist interessant - schlaflos und deswegen schon früh am Morgen den Laptop vor sich - mitzuerleben, wie innerhalb von Minuten der Begriff “earthquake” in den Stichwortwolken solcher Micro-Blogging-Systeme wie Twitter an Relevanz gewinnt. Dutzende Nachrichten jagen von einem Freund zum anderen, Tagesschau und andere Redaktionen steigen bereits früh auf die Meldung ein, andere Nachrichtenredaktionen warten offensichtlich, bis die Bürozeit beginnt. Dann, gegen 7 Uhr, schwappt noch einmal eine Welle an Informationen aus den Web- und Blog-Redaktionen durchs Land, bevor - keine 3 Stunden nach dem Ereignis - die Informationen spärlicher werden und das Wort “earthquake” aus den Stichwortwolken fast völlig verschwindet. Der Alltag hat uns wieder: Wirtschafts-, Finanz- und andere ewige Krisen. Die Toten unter den eingestürzten Häusern im Erdbebengebiet in den Abruzzen sind wahrscheinlich noch nicht einmal geborgen.
wann: 5. Januar 2009, 20 Uhr
wer: Marco W. Linke, Dietmar Haiduk, Barbara Schilling
wo: Kunst- und Kulturzentrum Brotfabrik
Caligariplatz, 13086 Berlin
Eintritt: 8 Euro/6 Euro (ermäßigt)
“Vision und Wahn” ist eine von periplaneta Verlag Berlin organisierte Lesereihe, die mittlerweile in ihr drittes Jahr geht. Im Januar 2009 zieht die Veranstaltung in die Brotfabrik um, wo jeweils am ersten Montag des Monats Verlags- und Gastautoren sowie wechselnde Musiker die Bühne betreten werden. Die Moderation der Lesung übernehmen hierbei Thomas Manegold und Sascha Blach, beide selbst Autoren und langjährig im Journalismus tätig.
“Vision & Wahn” ist Textwerk, inszeniert, untermalt, entfremdet und kombiniert mit dem, was uns die moderne Medienwelt zu bieten hat bzw. auferlegt. Ob lyrischer Aufschrei oder rhythmische Prosa, egal, es werden Botschaften transportiert - als eine Art Brief, als Hörbuch, als Dancetrack - aber natürlich auch als “normale” Lesung. Es gibt Lesenswertes, Hörenswertes und Sehenswertes. Lyrische Beiträge werden vertont, Texte visualisert, was sowohl als statisches Bild, als Ausstellung oder als Video geschehen kann. Hier sind keine Grenzen gesetzt.
Zum Auftakt am 5. Januar in der Brotfabrik lesen Marco Wilhelm Linke, Dietmar Haiduk und Barbara Schilling aus ihren Büchern. Georg von Weihersberg wird den Abend am Klavier begleiten. Der erfahrene Pianist ist seit zwei Jahren “fester Bestandteil” der Lesung und hat nicht nur mehrere Hörbücher mit seiner Musik bereichert, sondern spielt auch seit längerem für K&K VolkArt, einem interdisziplinären Theaterprojekt in Neukölln.
www.angenehme-vorstellung.de
www.dietmarhaiduk.de
www.periplaneta.com
www.visionundwahn.de
Was für ein Leben, was für eine Zeit. Wir gewöhnen uns daran, virtuell zu sein. Wir suchen nach Nähe in einer Dimension, die es nicht wirklich gibt. Jene VIERTE scheint eine Dimension der Voraus-Ahnung, des Voraus-Lebens zu sein. Wir antizipieren Hoffnungen, wir füllen jenen engen Raum um uns herum mit Projektionen über das, was wir wünschen - allein schon froh über ein simples Flirren der Luft, das diese bewirken könnten: Endlich bewegt sich etwas in uns, mit uns, um uns herum. Fasziniert sind wir allein von einer schemenhaften Ahnung dessen, was noch sein könnte: Leben leben zu können, wie nie gelebt.
Manchmal treffen wir auf jenem Feldzug über - ja, sicher - unsichtbare, in jedem Fall aber unzählbar virtuelle Linien auf Menschen, die uns innehalten lassen. Konsterniert verharren wir, weil es sie wirklich zu geben scheint: Menschen aus Fleisch und Blut und also mit Sinn hinter hastig dahin geschriebenen Worten, mit Mut, Trauer, Schmerz. Vielleicht mit zerbrechlichen Beziehungen und nie für möglich gehaltenen Sehnsüchten, mit einem Hang zu eigentlich als vergänglich erachteten Beweisen von Liebe: verliebt - verlobt - verheiratet. Aber in jedem Fall staunen wir: Was für ein Wesen ist jener virtuelle Freund - neu, fremd, ungeahnt und Hunderte Kilometer entfernt lebend? Mit fast nieder drückender Präsenz und mit bisher nicht für möglich gehaltenen - am eigenen Ego kratzenden - Worten …
Konsterniert zwar, merken wir aber sehr schnell: Wir brauchen genau dies. Denn wir suchen nicht nur nach dem, was uns bestätigt, wir suchen immer auch nach dem, was uns in Frage stellt: nach jenem, das einfach nur bezweifelt, was uns selbst seit jeher als unzweifelhaft erschien. Wir brauchen nicht wirklich die millionenfache Konturenlosigkeit eines Netzes. Wir brauchen Wahrhaftigkeit.
Also sind wir froh, denn wir haben gefunden, was uns in unserem dreidimensionalen Leben bisher unmöglich schien. Wir haben einen Freund gefunden, der einen braucht, der da ist, wenn man ihn braucht. Der sich meldet auf einen Klick hin. Vor allem: einen Freund, der kritisiert, ohne zu zögern. Das einzig Verwerfliche bleibt: Anonym kommt diese Kritik, schriftlich zwar, auch bildhaft. Nie aber wirklich. Nie hörbar. Nie im Moment der Wahrnehmung widersprechbar. Nie einen wirklichen Diskurs ermöglichend, immer nur Rechtfertigung ermöglichend. Nie mehr, als nachgereichte Erklärungen ermöglichend: Nein, so war es nie gemeint! Nein, so habe ich es nicht gewollt! Nein, so sollte es nie verstanden werden! - Rechtfertigungen also, die einen selbst immer nur in den Erklärungsnotstand zwingen. Spätestens jetzt bleibt die erhoffte Wirklichkeit scheinbar, virtuell und will als solche begriffen werden.
Dies endlich annehmend, fügen wir uns irgendwann: Es gibt keinen Weg. Die 4. Dimension bleibt jenseits aller dritten.
Was wir erleiden, erleiden allein wir. Hier und jetzt. Dessen Stimme wir nicht hören, dessen Körper wir nicht riechen, dessen Flackern der Augen wir nicht sehen, dessen erhabenes “in-sich-selbst-seien” wir nicht spüren, ist nicht wahrhaftig.
Wir anerkennen, dass es Grenzen gibt. Wir sind austauschbar, wegklickbar. Wir sind nichts als 4. Dimension. Aber wir hoffen, wir träumen und wir sehnen uns weiter nach jenem - einen - Freund. Unsere ewige Voraus-Ahnung: Wir könnten Freunde werden. Mit uns und der Welt.
Am 5. Januar lesen Barbara Schilling, Marco W. Linke und Dietmar Haiduk in der Brotfabrik in Berlin. Mehr demnächst hier.
Hat Romantik wirklich etwas mit Orten zu tun, an denen wir uns aufhalten? Sind Idealbilder, geprägt von Hochglanzjournalen, entscheidend für das, was wir als einen romantischen Ort empfinden? Sind Orte von sich aus romantisch oder sind es die Erlebnisse, die wir an ihnen haben? Hat es vielleicht mehr mit jenem zu tun, was wir erinnern? Was wir irgendwann einmal bei diesem Licht!, diesen Wolken!, diesem gleisenden, alles überwältigenden Spiel von Licht, Schatten und Farben!, erleben konnten? Ist also, was wir als romantisch empfinden, weniger von vermeintlich für romantisch gehaltenen Orten, als vielmehr von Erinnerungen abhängig, denen wir - rückblickend und nachhängend - den Stempel aufdrücken: romantisch … ?
Auf dem Foto übrigens: Der Sonnenaufgang letzten Sonntag - über dem Hauptbahnhof in Leipzig, aufgenommen nach einer zermürbenden, völlig unromantischen Hotelnacht, in der einen metallisch kreischende Zugeinfahrten, heulende Sonnabendnacht-Sirenen und besoffen durch die Straßen pöbelnde Frauen und Männer nicht einschlafen ließen. So “romantisch” können Sonnenaufgänge sein …
Frauen. Manchmal hängen sie uns Männern wie ein Klotz am Bein. Oft aber hängen auch wir an ihnen. Verlassen sie uns dann irgendwann, rennen wir ihnen hinterher aus verletztem Stolz, den wir – dabei ertappt, von jeglicher Liebe zu dieser Frau nicht lassen zu können – nur allzu gern als Eifersucht ausgeben. Denn diese Eifersucht scheint uns weniger beschämend und unser männliches Selbstverständnis weniger beschädigen zu können, als das Eingeständnis von verletztem Stolz. Eifersucht verlangt immer mindestens zwei Seiten, wie ich damals begriff: den Eifersüchtigen, aber auch das Objekt der Eifersucht – jenen gehassten dritten Mann also, auf den sich fortan alle Wut konzentriert. Dieser Verweis auf einen anderen Schuldigen – unseren Nebenbuhler – scheint es uns leichter zu machen, mit einer aus den Fugen geratenen Situation zu leben. So lassen wir uns gern in Eifersucht umschmeicheln, denn erst diese gibt uns die Chance, einem anderen als uns selbst die Schuld am Leiden unserer Liebe zu geben. Auf dass nicht wir es sind, dem Vorwürfe zu machen wären. So - frei gekommen von der Schuld am Vergehen eigener Liebe - stilisieren wir uns sehr schnell zu Opfern einer dritten Macht: jenes fremden Liebhabers. Wir wären sogar bereit, einen Eid darauf zu schwören, frei von jeglicher Schuld am Dilemma unserer Beziehung zu sein – schließlich hätten wir unsere Frau oder Freundin wirklich gern noch auf Jahre geliebt … Sagen wir, weil uns nichts besseres mehr einfällt. (…)
(Leseprobe aus: ABRISS LEBEN, Dietmar Haiduk/Roman, unveröffentlicht) Text: Dietmar Haiduk
Geschafft, die gestrige Lesung hat sich gelohnt. Ein kleiner Kreis von Gästen, vielleicht 25, ein Mix aus vorgetragenen Kolumnen, Erzählungen - mal tiefsinnig still, mal laut amüsant. Nicht immer optimal im Nebeneinander, aber für die Gäste sicherlich unterhaltsam. Die übliche Aufregung gabs auch: das zu schwache Leselicht, der viel zu hohe Tisch, die vermissten Freunde, die man eingeladen hatte.
Nach einem solchen Abend nach Hause zu kommen, hat immer auch etwas Merkwürdiges: Für eine knappe Stunde stehst du im “Scheinwerferlicht”, alle Blicke fokusieren sich auf dich … - plötzlich aber schaltet jemand das Licht aus, es wird still um dich und ein schwarzes Loch tut sich vor dir auf. Hechelnd, um dem zu entgehen, klickst du dich durchs spätnächtliche Weltweitnetz, in der Hoffnung, irgendwo eine Nachricht, einen letzten, übersehenen Versuch einer Kommunikation zu finden, die dir gelten könnten - eine Email, einen geposteten Kommentar in deinen Blogs. Doch leider nichts. Es ist nachts halb zwei, als du beschließt: Alles ist wie immer, also ist Zeit zu schlafen.
Soeben erschienen: Blogistiv 1.0 - Notizen eines Jahres von Dietmar Haiduk
Weltweit wird gebloggt. Was ist das? Der Versuch, sich ersatzweise durch ein virtuelles Zweitleben zu hecheln? Nur eine zeitgemäße Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren? Oder vielleicht doch die Hoffnung, das wirkliche Leben - schreibend - zu begreifen? Was aber bliebe, wenn das Wesen Mensch irgendwann mutiert wäre zu einem Wesen mit auf das schnelle Anschlagen von Computertasten spezialisierten Fingern, aber einem - von kaum noch notwendigen Muskeln - ins Fratzenhafte verkümmerten Mund, der seine Funktion des Sprechens längst verloren hätte?
ISBN 9-7838-37023-985, Webtagebuch, erschienen April 2008 im Verlag Books on Demand GmbH, 9,95 EUR (inkl. gesetzl gültiger MWst), erhältlich u. a. libri.de, amazon.de / LESUNG am Donnerstag 22.Mai 2008, 21:00 im Archiv Cafe in Potsdam, mehr auf archivnacht.probelesen.info
22. Mai 2008, 21.00 Uhr, “Archivnacht” im Archiv Potsdam
SCHEMENTHEMEN
Lesung mit Myk Jung (The Fair Sex, Sonic Seducer Magazin, Negatief Magazin) und Dietmar Haiduk als Gast-Autor - präsentiert von der Archivnacht, Archiv Potsdam. Mit Schementhemen gibt es ab 2008 eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Essener Musiker und Autor Myk Jung und dessen Repertoire. Themen, die die Schemen des Alltags durchleuchten. Literatur, Kunst, Musik, Photographie und Underground-Kultur mit wechselnden Gästen.
www.schementhemen.de
www.mykjung.de
Was für ein Vorsommertag: 40 Kilometer auf dem Mountainbike rund um Potsdam, Zernsee, Göttin, Leest … Das tobende Baumblütenfest in Werder/Havel konnte bestens umfahren und stattdessen Landschaft pur, blauer Himmel, erster Sonnenbrand - also reinster Urlaub - erlebt werden.
Und dann kommt man nach Stunden in die Wohnung zurück, die man früh am Morgen verließ, ohne Nachrichten gehört zu haben und liest im Weltweitnetz von den Ereignissen des Tages: ein Zugunglück in Süddeutschland, ein Bootsunglück in Norddeutschland, ein Vater sperrt seine Tochter und deren neugeborene Kinder 24 Jahre lang in einem Verlies ein, ein Schusswechsel und ein Anschlag auf den afghanischen Präsidenten, mehrere Tote bei einem Flugzeugunglück …
Plötzlich ist alle aufgeheiterte Stimmung hinweg - so wenig Bestand hat, was man doch an faszinierenden Eindrücken eigentlich für den Rest der Woche aufgesogen hatte. Aber man freut sich nun wenigstens, auf der zurückliegenden Tour immer wieder zum Anhalten genötigt zu haben - auch gegen den Widerspruch der begleitenden Fahrerinnen und Fahrer - um mit der Kamera abseits des Weges Erinnerungen festhalten zu können.
Als jene Bilder aus dem Handy auf den Rechner hochgeladen sind, haben die tristen Bilder des Nachrichtenalltags wenig Chancen gegen die Erinnerung an einen wunderschönen vorsommerlichen Tag in diesem Frühling. Die Welt ist weit weg. Scheinbar. Bis zu den ersten Nachrichten morgen früh.
An der Schafwäsche (Werder/Havel)
Da lese ich: Der Internetsuchdienst Google gilt noch immer/immer wieder/immer noch/schon lange … mit einigen -zig Milliarden Dollar Wert als wichtigste und wertvollste Firma bzw. Marke weltweit. Während ich auf dem Balkon meiner Mietwohnung sitze und wie jedes Jahr bei ersten Sonnenstrahlen die Wärme genieße - den Laptop auf dem Schoß und den Blick ins Unbestimmte gerichtet - in der Hoffnung auf neue, am Horizont aufziehende Ideen - haben vor genau zehn Jahren zwei junge Leute jene erfogreiche Firma gegründet, die heute fast jedem täglich irgendwie zu Nutzen ist. Und deren Firmennamen es als Verb (googeln) selbst in den deutschen Duden und damit in den offiziellen deutschen, damit wohl auch vererbungswürdigen, Sprachgebrauch geschafft hat.
Und was habe ich vor genau zehn Jahren gemacht? Ich habe eben jene Wohnung gemietet, auf deren Balkon ich seit 1998 noch immer die alljährlich ersten warmen Sonnenstrahlen genieße. Zehn Jahre sind vergangen, in denen ich glücklicherweise mir selbst am wertvollsten geblieben bin. Und in denen ich das, was ich tagtäglich schaffe, noch immer selbst kontrollieren konnte. Zwar redet man eher selten über mich und im Duden stehe ich auch nicht, aber der größte Teil dessen, was ich schaffe, gehört noch immer vor allem mir selbst. Ich muss über Entfremdung nicht klagen.
Und es ist ein unschätzbarer Vorteil, wenn man zu denen gehört, die das schreiben, wonach andere später im Weltweitnetz suchen. Auch mit Google. Also: Was wäre Google ohne mich?
Andererseits: Was wäre ich ohne Google und andere Internetsuchdienste -wie fremd, unüberschaubar oder sich weltweit ausbreitend man sie auch empfinden (und erkennen) mag? Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil, den sie bringen, weil u.a. auch diese Zeilen, die ich gerade schreibe, mit ihrer Hilfe im Weltweitnetz überhaupt gefunden werden können. Na ja, und manches an zusätzlichen Infos für jene Firmen bekanntermaßen ja auch, die sich dann auch wieder zu Geld machen lassen. Der Wert wird also steigen, sicher.
Und ich kann mich ja nun auch mal nach einer neuen Wohnung umschauen, auch wenn es die letzten zehn Jahre hier in meinen vier Wänden eigentlich ganz gut, äh … wollt sagen: ganz erfolgreich, lief …
Soeben war auf einem Berlin-Brandenburgischen Sender - so, oder so ähnlich - zu hören: Der Reiz des Lebens würde doch vor allem darin bestehen zu ersehnen, was man nicht hat … Eine schon fast mitleidige Anmod zum Thema Frühling. Ja, kann man denn sich alles im Leben zurechtreden? Dabei ist es doch einfach nur saukalt an diesem Frühlingsanfang 2008. Basta. Nichts mit Sehnsucht. Eines der bedeutendsten Gefühle ist längst erstarrt vor Kälte …