Archive for the ‘Frühling in Potsdam’ Category

Vorsommerlicher Schusswechsel - die Gewalt der Bilder

Sonntag, April 27th, 2008

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Was für ein Vorsommertag: 40 Kilometer auf dem Mountainbike rund um Potsdam, Zernsee, Göttin, Leest … Das tobende Baumblütenfest in Werder/Havel konnte bestens umfahren und stattdessen Landschaft pur, blauer Himmel, erster Sonnenbrand - also reinster Urlaub - erlebt werden. 

Und dann kommt man nach Stunden in die Wohnung zurück, die man früh am Morgen verließ, ohne Nachrichten gehört zu haben und liest im Weltweitnetz von den Ereignissen des Tages: ein Zugunglück in Süddeutschland, ein Bootsunglück in Norddeutschland, ein Vater sperrt seine Tochter und deren neugeborene Kinder 24 Jahre lang in einem Verlies ein, ein Schusswechsel und ein Anschlag auf den afghanischen Präsidenten, mehrere Tote bei einem Flugzeugunglück …

Plötzlich ist alle aufgeheiterte Stimmung hinweg - so wenig Bestand hat, was man doch an faszinierenden Eindrücken eigentlich für den Rest der Woche aufgesogen hatte. Aber man freut sich nun wenigstens, auf der zurückliegenden Tour immer wieder zum Anhalten genötigt zu haben - auch gegen den Widerspruch der begleitenden Fahrerinnen und Fahrer - um mit der Kamera abseits des Weges Erinnerungen festhalten zu können. 

Als jene Bilder aus dem Handy auf den Rechner hochgeladen sind, haben die tristen Bilder des Nachrichtenalltags wenig Chancen gegen die Erinnerung an einen wunderschönen vorsommerlichen Tag in diesem Frühling. Die Welt ist weit weg. Scheinbar. Bis zu den ersten Nachrichten morgen früh.

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An der Schafwäsche (Werder/Havel)

Zehn erfolgreiche Jahre.

Montag, April 21st, 2008

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Da lese ich: Der Internetsuchdienst Google gilt noch immer/immer wieder/immer noch/schon lange … mit einigen -zig Milliarden Dollar Wert als wichtigste und wertvollste Firma bzw. Marke weltweit. Während ich auf dem Balkon meiner Mietwohnung sitze und wie jedes Jahr bei ersten Sonnenstrahlen die Wärme genieße - den Laptop auf dem Schoß und den Blick ins Unbestimmte gerichtet - in der Hoffnung auf neue, am Horizont aufziehende Ideen - haben vor genau zehn Jahren zwei junge Leute jene erfogreiche Firma gegründet, die heute fast jedem täglich irgendwie zu Nutzen ist. Und deren Firmennamen es als Verb (googeln) selbst in den deutschen Duden und damit in den offiziellen deutschen, damit wohl auch vererbungswürdigen, Sprachgebrauch geschafft hat.

Und was habe ich vor genau zehn Jahren gemacht? Ich habe eben jene Wohnung gemietet, auf deren Balkon ich seit 1998 noch immer die alljährlich ersten warmen Sonnenstrahlen genieße. Zehn Jahre sind vergangen, in denen ich glücklicherweise mir selbst am wertvollsten geblieben bin. Und in denen ich das, was ich tagtäglich schaffe, noch immer selbst kontrollieren konnte. Zwar redet man eher selten über mich und im Duden stehe ich auch nicht, aber der größte Teil dessen, was ich schaffe, gehört noch immer vor allem mir selbst. Ich muss über Entfremdung nicht klagen.

Und es ist ein unschätzbarer Vorteil, wenn man zu denen gehört, die das schreiben, wonach andere später im Weltweitnetz suchen. Auch mit Google. Also: Was wäre Google ohne mich?

Andererseits: Was wäre ich ohne Google und andere Internetsuchdienste -wie fremd, unüberschaubar oder sich weltweit ausbreitend man sie auch empfinden (und erkennen) mag? Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil, den sie bringen, weil u.a. auch diese Zeilen, die ich gerade schreibe, mit ihrer Hilfe im Weltweitnetz überhaupt gefunden werden können. Na ja, und manches an zusätzlichen Infos für jene Firmen bekanntermaßen ja auch, die sich dann auch wieder zu Geld machen lassen. Der Wert wird also steigen, sicher.

Und ich kann mich ja nun auch mal nach einer neuen Wohnung umschauen, auch wenn es die letzten zehn Jahre hier in meinen vier Wänden eigentlich ganz gut, äh … wollt sagen: ganz erfolgreich, lief …