Sonnabendabend
Samstag, Juni 16th, 2007Die Angst, der Fülle an Büchern nicht hinterherlesen zu können. Die Befürchtung, all die Stapel auf Tischen, neben dem Bett und in den Regalen nicht schaffen zu können. Es fehlt einfach Zeit, sich nur darauf zu beschränken. Aber, was wäre das denn für ein Leben: nur aus zweiter Hand und gefiltert? In eine Welt zwischen ein paar hundert Seiten und zwei leinengebundenen Klappdeckeln abzutauchen - während vor meinem Fenster die johlenden, schon angetrunkenen Samstagabendhorden vorbeiziehen?
Keine Frage, vor diese Entscheidung gestellt wäre mir ein Leben aus zweiter Hand dann doch lieber.
Habe mir heute endlich einmal das erste Buch aus der seit Jahren in meinem Regal stehenden 10bändigen Werkausgabe von Günter Grass vorgenommen. Irgendwann hatte ich die einem guten Freund abgekauft, der die Romane, Novellen, Gespräche und Essays allerdings so wenig gelesen haben muss, wie zuvor sein Vater, in dessen Nachlass mein Freund die - trotz der fast 15 Jahre immer noch erstaunlich ungefledderten - Paperbacks irgendwann vorgefunden hatte. Nun also liegen die Bücher auf meinem Tisch und ab heute Katz und Maus beim Lesen zwischen meinen Händen. Mehr dazu demnächst.