Archive for the ‘Nachrichten eines Tages’ Category

Schwarzes Loch …

Freitag, Mai 23rd, 2008

Geschafft, die gestrige Lesung hat sich gelohnt. Ein kleiner Kreis von Gästen, vielleicht 25, ein Mix aus vorgetragenen Kolumnen, Erzählungen - mal tiefsinnig still, mal laut amüsant. Nicht immer optimal im Nebeneinander, aber für die Gäste sicherlich unterhaltsam. Die übliche Aufregung gabs auch: das zu schwache Leselicht, der viel zu hohe Tisch, die vermissten Freunde, die man eingeladen hatte.

Nach einem solchen Abend nach Hause zu kommen, hat immer auch etwas Merkwürdiges: Für eine knappe Stunde stehst du im “Scheinwerferlicht”, alle Blicke fokusieren sich auf dich … - plötzlich aber schaltet jemand das Licht aus, es wird still um dich und ein schwarzes Loch tut sich vor dir auf. Hechelnd, um dem zu entgehen, klickst du dich durchs spätnächtliche Weltweitnetz, in der Hoffnung, irgendwo eine Nachricht, einen letzten, übersehenen Versuch einer Kommunikation zu finden, die dir gelten könnten - eine Email, einen geposteten Kommentar in deinen Blogs. Doch leider nichts. Es ist nachts halb zwei, als du beschließt: Alles ist wie immer, also ist Zeit zu schlafen.

Vorsommerlicher Schusswechsel - die Gewalt der Bilder

Sonntag, April 27th, 2008

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Was für ein Vorsommertag: 40 Kilometer auf dem Mountainbike rund um Potsdam, Zernsee, Göttin, Leest … Das tobende Baumblütenfest in Werder/Havel konnte bestens umfahren und stattdessen Landschaft pur, blauer Himmel, erster Sonnenbrand - also reinster Urlaub - erlebt werden. 

Und dann kommt man nach Stunden in die Wohnung zurück, die man früh am Morgen verließ, ohne Nachrichten gehört zu haben und liest im Weltweitnetz von den Ereignissen des Tages: ein Zugunglück in Süddeutschland, ein Bootsunglück in Norddeutschland, ein Vater sperrt seine Tochter und deren neugeborene Kinder 24 Jahre lang in einem Verlies ein, ein Schusswechsel und ein Anschlag auf den afghanischen Präsidenten, mehrere Tote bei einem Flugzeugunglück …

Plötzlich ist alle aufgeheiterte Stimmung hinweg - so wenig Bestand hat, was man doch an faszinierenden Eindrücken eigentlich für den Rest der Woche aufgesogen hatte. Aber man freut sich nun wenigstens, auf der zurückliegenden Tour immer wieder zum Anhalten genötigt zu haben - auch gegen den Widerspruch der begleitenden Fahrerinnen und Fahrer - um mit der Kamera abseits des Weges Erinnerungen festhalten zu können. 

Als jene Bilder aus dem Handy auf den Rechner hochgeladen sind, haben die tristen Bilder des Nachrichtenalltags wenig Chancen gegen die Erinnerung an einen wunderschönen vorsommerlichen Tag in diesem Frühling. Die Welt ist weit weg. Scheinbar. Bis zu den ersten Nachrichten morgen früh.

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An der Schafwäsche (Werder/Havel)