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Trauma

Dienstag, August 14th, 2007

Es ist Dienstag, der 26. Juni, 21:25 Uhr - Endlich werde ich ins Behandlungszimmer der Rettungsstelle gerufen, nach über zwei Stunden des Wartens. Es folgt das Übliche: ich bekomme eine Thetanus-Impfung, die klaffende Wunde am Auge wird geklebt, eine 360 grd Aufnahme vom Kopf wird gemacht. Plötzlich freue ich mich: in einer viertel Stunde ist der lange Abend vorbei, ich bin Zuhause, dann heißt es schlafen, ausruhen, morgen geht alles weiter, wie geplant.

Falsch.

Der Arzt - freundlich, erklärend, geduldig, aber scheinbar unbeteiligt - stellt es mir frei. Ein Schädel-Hirn-Trauma hätte ich. Wenn ich gehen will, könne ich gehen - er aber würde mir empfehlen, 48 Stunden zur Beobachtung stationär aufgenommen zu bleiben. Ich willige ein, ohne lange zu überlegen.

So kraftlos hat mich - gewohnt, seit Jahren allein klarzukommen - alles gemacht, dass ich mich fremder Hilfe stelle. Auch das wird mich Wochen später noch immer überraschen: wie sehr wir unser Leben in Gedanken auch durchspielen mögen, um auf alles vorbereitet zu sein - wie sehr wir auch wichtige Lebensentscheidungen gern vorab als endgültig festlegen mögen - wenn es instinktiv andere Entscheidungen braucht, treffen wir diese, ohne zu zögern.  

Minuten später schiebt mich der Notarzt selbst die Krankenhausgänge entlang zur Station, von den Schwester dafür später belächelt. Aber vielleicht ist er doch nur nicht so unbeteiligt, wie es mir Minuten vorher schien - ahnt er vielleicht längst, was Ärzte erst am nächsten Tag überrascht feststellen werden: dass ich mir mehr als eine Gehirnerschütterung zugezogen habe - dass mein Gesicht an sieben Stellen gleichzeitig gebrochen ist?