Archive for the ‘Schreiben’ Category

Neuerscheinung: Blogistiv 1.0 Notizen eines Jahres

Mittwoch, Mai 21st, 2008

Soeben erschienen:  Blogistiv 1.0 - Notizen eines Jahres von Dietmar Haiduk

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Weltweit wird gebloggt. Was ist das? Der Versuch, sich ersatzweise durch ein virtuelles Zweitleben zu hecheln? Nur eine zeitgemäße Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren? Oder vielleicht doch die Hoffnung, das wirkliche Leben - schreibend - zu begreifen? Was aber bliebe, wenn das Wesen Mensch irgendwann mutiert wäre zu einem Wesen mit auf das schnelle Anschlagen von Computertasten spezialisierten Fingern, aber einem - von kaum noch notwendigen Muskeln - ins Fratzenhafte verkümmerten Mund, der seine Funktion des Sprechens längst verloren hätte?

ISBN 9-7838-37023-985, Webtagebuch, erschienen April 2008 im Verlag Books on Demand GmbH, 9,95 EUR (inkl. gesetzl gültiger MWst), erhältlich u. a. libri.de, amazon.de / LESUNG am Donnerstag 22.Mai 2008, 21:00 im Archiv Cafe in Potsdam, mehr auf archivnacht.probelesen.info

Schreiben als ewiger Versuch

Mittwoch, März 12th, 2008

Dieser Weblog hat ein neues Thema, wie seit heute zu lesen ist: Zwischen jenem, was sich in unseren Köpfen abspielt und dem, was wir davon begreifen, liegen Welten. Schreiben ist der ewige Versuch, diesen Abstand zu verringern.  

Fratzenhaftes Bloggen

Dienstag, Januar 29th, 2008

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Weltweit wird gebloggt.

Was ist das? Der Versuch, sich ersatzweise durch ein virtuelles Zweitleben zu hecheln? Nur eine zeitgemäße Möglichkeit, sich selbst zu inszenieren? Oder vielleicht doch die Hoffnung, das wirkliche Leben - schreibend - zu begreifen?  Was aber bliebe, wenn das Wesen Mensch irgendwann mutiert wäre zu einem Wesen mit stark ausgeprägten und auf das schnelle Anschlagen von Computertasten spezialisierten Fingern, aber einem, von erstarrten, kaum noch notwendigen Muskeln, ins Fratzenhafte verkümmerten Mund, der als Organ des Sprechens längst seine Funktion verloren hätte?

Dietmar Haiduk, Blogistiv 1.0 - Notizen eines Jahres, 120 Seiten, Taschenbuch, Veröffentlichung: ca. März 2008  mehr

Relativitätstheorie & Mäuse

Dienstag, Juni 12th, 2007

Jahrelang dümpeln Texte vor sich hin - auf diesen kleinen, längst veralteten Disketten, auf diversen Festplatten diverser Rechner. Manchmal hat der eine oder andere dieser Texte es schon geschafft, sich auf Papier auszubreiten: ausgedruckt, um kurz danach irgendwo - vergilbt - zu enden. Ein Wort wie ein Name: kurze Texte, in der Tradition klassischer Haikus, meist gleichsilbrig 5 – 7 – 5. Was nicht immer, ich gestehe, gelingt. Aber auch mit weniger Silben lassen sich Worte zum Klingen bringen.  Denn nicht immer lässt sich, was man aufschreiben will, wirklich in eine Form zwingen. Davon also heute eine weitere Leseprobe, wie schon in den letzten Wochen geschehen. Geplant ist im Dezember übrigens ein Band mit Fotos und Dutzenden solcher kurzen Texte. Mehr gibts dann auch wieder rechtzeitig auf ProbeLesen.info

LIEBESKUMMER

der tropfen fällt

und bricht so wolkenherz

für regen

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RELATIVITÄTSTHEORIE

herbstblatt fällt

und klemmt dem käfer

beine ein

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ZU FRÜH GEFREUT

der käse will im

bauch der maus entfliehen

da schlägt die falle zu

Mehr zum Thema Albert Einstein und Potsdam gibt es übrigens auf www.himmel-über-Potsdam.de 

 

Lehrstück Heiligendamm

Mittwoch, Juni 6th, 2007

Die Wirklichkeit scheint nie zu sein, was wir dafür halten … So schnell konnte man dann doch nicht damit rechnen, was sich zu bestätigen scheint: der Fernsehsender n-tv berichtet, dass heute Nachmittag Demonstranten um Heiligendamm in ihrer Mitte einen angeblich verdeckten Ermittler entarnt haben, der - in schwarzer Kleidung und vermummt - als Teil des Schwarzen Blocks - andere Demonstranten zum Steinewerfen und gewalttätigen Vorgehen gegen die Polizei angestachelt haben soll.

Also doch nicht grundlos die Frage: wem nützt es? Aber was, wenn auch diese Enttarnung inszeniert ist, um Argumente zu haben? Was ist wahr, was ist behauptet? Wer und was steckt hinter den Dingen? Und immer wieder: Wem nützt es, was passiert? Warum passiert etwas? Rostock und Heiligendamm könnten zu einem ganz neuen Lehrstück werden …

Nie bildet nur, was selbst erlebt, sondern vor allem: was selbst erfahren wird, den Grundstock, auf dem Schreiben möglich ist. Egal, wie weit man von den Dingen entfernt ist - oder sich entfernt glaubt.