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Von Eifersucht und dem Selbstverständnis der Männer

Donnerstag, Juni 12th, 2008

Frauen. Manchmal hängen sie uns Männern wie ein Klotz am Bein. Oft aber hängen auch wir an ihnen. Verlassen sie uns dann irgendwann, rennen wir ihnen hinterher aus verletztem Stolz, den wir – dabei ertappt, von jeglicher Liebe zu dieser Frau nicht lassen zu können – nur allzu gern als Eifersucht ausgeben. Denn diese Eifersucht scheint uns weniger beschämend und unser männliches Selbstverständnis weniger beschädigen zu können, als das Eingeständnis von verletztem Stolz. Eifersucht verlangt immer mindestens zwei Seiten, wie ich damals begriff: den Eifersüchtigen, aber auch das Objekt der Eifersucht – jenen gehassten dritten Mann also, auf den sich fortan alle Wut konzentriert. Dieser Verweis auf einen anderen Schuldigen – unseren Nebenbuhler – scheint es uns leichter zu machen, mit einer aus den Fugen geratenen Situation zu leben. So lassen wir uns gern in Eifersucht umschmeicheln, denn erst diese gibt uns die Chance, einem anderen als uns selbst die Schuld am Leiden unserer Liebe zu geben. Auf dass nicht wir es sind, dem Vorwürfe zu machen wären. So - frei gekommen von der Schuld am Vergehen eigener Liebe - stilisieren wir uns sehr schnell zu Opfern einer dritten Macht: jenes fremden Liebhabers. Wir wären sogar bereit, einen Eid darauf zu schwören, frei von jeglicher Schuld am Dilemma unserer Beziehung zu sein – schließlich hätten wir unsere Frau oder Freundin wirklich gern noch auf Jahre geliebt … Sagen wir, weil uns nichts besseres mehr einfällt. (…)

(Leseprobe aus: ABRISS LEBEN, Dietmar Haiduk/Roman, unveröffentlicht)  Text: Dietmar Haiduk

Schwarzes Loch …

Freitag, Mai 23rd, 2008

Geschafft, die gestrige Lesung hat sich gelohnt. Ein kleiner Kreis von Gästen, vielleicht 25, ein Mix aus vorgetragenen Kolumnen, Erzählungen - mal tiefsinnig still, mal laut amüsant. Nicht immer optimal im Nebeneinander, aber für die Gäste sicherlich unterhaltsam. Die übliche Aufregung gabs auch: das zu schwache Leselicht, der viel zu hohe Tisch, die vermissten Freunde, die man eingeladen hatte.

Nach einem solchen Abend nach Hause zu kommen, hat immer auch etwas Merkwürdiges: Für eine knappe Stunde stehst du im “Scheinwerferlicht”, alle Blicke fokusieren sich auf dich … - plötzlich aber schaltet jemand das Licht aus, es wird still um dich und ein schwarzes Loch tut sich vor dir auf. Hechelnd, um dem zu entgehen, klickst du dich durchs spätnächtliche Weltweitnetz, in der Hoffnung, irgendwo eine Nachricht, einen letzten, übersehenen Versuch einer Kommunikation zu finden, die dir gelten könnten - eine Email, einen geposteten Kommentar in deinen Blogs. Doch leider nichts. Es ist nachts halb zwei, als du beschließt: Alles ist wie immer, also ist Zeit zu schlafen.

Hören: Myk Jung

Dienstag, Mai 6th, 2008

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Sich einhören auf SCHEMENTHEMEN am 22. Mai 2008 im Rahmen der Archivnacht Potsdam: Musik von Myk Jung - melancholisch, tiefsinnig, schaudernd - gibts hier zu hören. Mehr von Dietmar Haiduk gibts hier